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Große Persönlichkeiten1953–1993

Pumuckl und Meister Eders geheimnisvolle Abende

München,

Pumuckl hatte einen Verdacht. Meister Eder verschwand an manchen Abenden, ohne zu verraten, wohin er ging. Also folgte ihm der Kobold heimlich durch München – und entdeckte einen Ort, an dem Eder plötzlich nicht mehr Eder hieß. Dass Pumuckl dort ausgerechnet einen Uhu als Versteck wählte, sollte sich als Fehler erweisen.

FASTWAHR-Redaktion 2 Min. Lesezeit Satire
KI-Bild im Stil eines alten Fotos: Schlaraffen mit Narrenkappen an einer Tafel, einer zeigt auf einen Uhu auf einem Sockel, hinter dem rote Haare hervorlugen

KI-generiertes Bild · Die dargestellte Szene hat so nicht stattgefunden. Szene frei erfunden; keine historische Aufnahme.

Pumuckl war sich sicher: Meister Eder hatte ein Geheimnis. Immer wieder schloss er am Abend die Werkstatt ab, zog sich um und verschwand. Wohin, wollte er nicht sagen. Für Pumuckl war damit klar, dass er es herausfinden musste. Also folgte er ihm.

Eder ging durch München und verschwand schließlich in einem Haus. Pumuckl huschte hinterher und fand sich in einem Saal wieder, in dem einiges nicht ganz mit der Welt draußen zusammenzupassen schien. Männer trugen merkwürdige Gewänder und Kopfbedeckungen, an den Wänden hingen Wappen, es wurde geredet, gelacht und gesungen – und vorne thronte ein großer Uhu.

Das war das ideale Versteck. Pumuckl schlüpfte dahinter und beobachtete.

Von hier aus konnte er nicht nur die merkwürdigen Männer sehen, sondern auch Meister Eder. Und mit dem stimmte etwas nicht. Niemand nannte ihn Eder. Stattdessen hörte Pumuckl einen Namen, den er noch nie zuvor gehört hatte. Ritter Skipps ben Kneißl.

Beim ersten Mal glaubte er noch an ein Missverständnis. Beim zweiten Mal war die Sache eindeutig: Sein Meister führte ein Doppelleben. Pumuckl war begeistert.

Er blieb hinter dem Uhu und versuchte herauszufinden, was hier eigentlich gespielt wurde. Die Männer trugen Geschichten und Gedichte vor, machten Musik, lachten und benahmen sich überhaupt nicht so, wie Meister Eder sonst behauptete, dass sich vernünftige Erwachsene zu benehmen hätten.

Dann entdeckte Pumuckl, dass sich der Uhu bewegen ließ. Er drehte ihn ein kleines Stück. Niemand bemerkte etwas.

Also ließ er ihn nicken. Ein Mann sah hin.

Pumuckl wartete, bis dieser wieder wegsah, und ließ den Uhu noch einmal nicken. Jetzt bemerkten es mehrere.

Der Uhu drehte den Kopf nach links, dann nach rechts und nickte schließlich einem der Vortragenden so energisch zu, dass es im Saal merklich stiller wurde.

Nur einer schaute nicht erstaunt. Ritter Skipps ben Kneißl kannte solche Wunder.

Er sah den Uhu an. „Pumuckl.“

Der Uhu erstarrte.

„Komm sofort da raus.“

Nichts geschah. Skipps wurde deutlicher.

„Pumuckl! Sofort sichtbar machen und vor den Thron!“

Hinter dem Uhu erschienen rote Haare. Dann zwei Augen.

Schließlich trat ein kleiner Kobold hervor, der augenblicklich den Eindruck machte, als sei der Uhu ganz von allein durch den Saal spaziert.

Pumuckl kam nach vorn. Vor dem Thron blieb er stehen und blickte zu den Männern hinauf. Die Männer blickten zurück.

„Wer bist denn du?“, fragte schließlich einer.

Pumuckl sah zu Meister Eder, dann wieder zum Thron. „Pumuckl.“

Kurze Pause. „Kobold beim Meister Eder.“

Im Saal begann jemand zu lachen. Meister Eder weniger.

An diesem Abend hatte Pumuckl ein Geheimnis entdeckt, das Millionen Fernsehzuschauer später ebenfalls nicht kennen sollten: Meister Eder war ein Ritter.

Und die merkwürdigen Männer, bei denen er seine Abende verbrachte, waren Schlaraffen.

Was davon stimmt

Die echten Fakten zu Gustl Bayrhammer · Meister Eder und sein Pumuckl · Schlaraffia Monachia (15) · Schlaraffia Hohentübingen (327)

  • Wahr: Gustl Bayrhammer (1922–1993), der Meister Eder aus „Meister Eder und sein Pumuckl“, war Schlaraffe mit dem Namen Ritter Skipps ben Kneißl. Den Namen nahm er von der Rolle des Matthew Skipps, die er damals am Tübinger Landestheater spielte.
  • Wahr: 1953 gründete er mit anderen das Reych Hohentübingen (327). Später kam er über Carolsuhu (49) zur Monachia (15) nach München, war dort Hofnarr und prägte das Reych 19 Jahre lang als Oberschlaraffe.
  • Erfunden: dass Pumuckl Meister Eder zu einer Sippung folgte, sich hinter dem Uhu versteckte, ihn nicken ließ und vor den Thron zitiert wurde.
  • KI-generiert: das Bild. Es ist keine historische Aufnahme.

Historische Zuverlässigkeit: 25 %FASTWAHR-Faktor: 75 %

Fast erfunden. Meister Eder war wirklich Ritter.

Die Schlaraffen aus dieser Geschichte gibt es wirklich – die Monachia (15) sippt von Oktober bis April mittwochs um 19:30 Uhr in München. Termine findet ihr auf der Seite des Reyches.

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Weiterführende Informationen

Schlaraffia

Hintergrund

FASTWAHR ist Satire und Parodie. Die Bilder sind KI-generiert; dargestellte Personen, Wappen und Aufschriften sind erfunden. Anspielungen auf bekannte Werke sind als Parodie gemeint. Mehr dazu

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